Hirn!

Das Labor der Dr. Franka Stein

Ein Genie mit Adoniskörper als Ehemann? Selbstverständlich! Wozu ist man schließlich moderne Wissenschaftlerin – und hat zudem das Gehirn von Albert Einstein im Kühlschrank? Kurzerhand macht sich Dr. Franka Stein auf die Suche nach dem dazu passenden Adoniskörper. Doch sie hat die Rechnung ohne die »Unterstützung« ihrer schlafmützigen Assistentinnen Ignatia und Innocentia gemacht, ganz zu schweigen von reisenden Staubsaugervertretern, verirrten Hochzeitsplanern und schlecht getimten Stromausfällen. Wer im nun losbrechenden komödiantischen Chaos Braut ist, wer Bräutigam (und in wessen Kopf das geniale Hirn letztendlich landet) – das ist noch lange nicht gesagt …
Ob Kaffee-induzierte Blasenschwäche, begriffsstutzige Mönche oder zwerchfellerschütternd aneinander vorbei gehende Dialoge: Im rasanten Karussell der Verwechslungen, Verwirrungen und halsbrecherischen Slapstick-Situationen bleibt garantiert kein Auge trocken.

4 weiblich, 4 männlich

DR. FRANKA STEIN: verrückte Wissenschaftlerin – trägt ihr Haar wild toupiert, ähnelt Albert Einstein

IGNATIA: intelligentere Assistentin von Franka – die Feurige

INNOCENTIA: dösigere Assistentin von Franka – die Unschuldige

PATER AMBROSIUS: Priester aus dem Kloster Puff-Stein

DAFFYD DREAMY: zufälliger Gast: schwuler Hochzeitsplaner in rosafarbenem, barockem Outfit, mit Schulterpolstern und auf Plateausohlen, dadurch eine sehr »stattliche« Erscheinung

FELIX FELÍCIO: zufälliger Gast: Staubsaugervertreter älteren Semesters, hagere Erscheinung

SIEGFRIED SIEG: zufälliger Gast: Glorias Verlobter, jüngeren Semesters, kleine und schmächtige Erscheinung

GLORIA REICH: Siegfrieds Verlobte, jüngeren Semesters, aparte Erscheinung

Ein heruntergekommenes Schloss im Nirgendwo

Bühne:
Schauplatz 1: Das Labor in einem heruntergekommenen Schloss, das sich im Wald befindet.
Schauplatz 2: Die Eingangshalle im gleichen heruntergekommenen Schloss.

Wetter:
Es regnet die ganze Zeit! Gewitter kommen und ziehen wieder ab!
Blitz und Donner erscheinen und ertönen immer genau dann, wenn man sie braucht!

Uraufführung:
Oktober 2015, Hoftheater Bergkirchen

Belgische Erstaufführung:
Dezember 2015, Kom(m)ödchen Raeren

Schweizerische Erstaufführung:
Oktober 2023, Theatergesellschaft Dallenwil

Aufführungsrechte & Ansichtsexemplar bestellen:
Vertriebsstelle und Verlag (VVB), Norderstedt

31. Oktober 2025Hirn!WUPPERTALVohwinkler Domtheater
4. November 2023Hirn!PETTENDORFPettenDorftheater
21. Oktober 2023Hirn!CH-DALLENWILTheatergesellschaft Dallenwil
19. Oktober 2023Hirn!LUDWIGSHAFENPrinzregententheater
24. März 2023Hirn!MALSCHTurnverein Malsch
24. Februar 2023Hirn!RODENBACHFreilichtspiele Katzweiler
21. Mai 2022Hirn!KÖLNRochus-Theater
12. November 2021Hirn!VILLINGENTheater am Turm
11. Januar 2020Hirn!CH – WINTERTHURTheatergruppe Nägelsee
23. März 2019Hirn!BE – AMELTheaterverein Montenau
31. Oktober 2018Hirn!FREUDENBERGFlecker Wintertheater
29. September 2018Hirn!SAARBRÜCKENTheaterfreunde Altenkessel
12. Juli 2018Hirn!HEIDELBERGHaus der Jugend
11. April 2018Hirn!HAMMPelkumer Spielbühne
16. März 2018Hirn!UNTERMEITINGENTheaterverein Laetitia 1908
21. Februar 2018Hirn!LAGEGymnasium der Stadt Lage
29. Dezember 2017Hirn!BINZWANGENTheaterfreunde Binzwangen
8. April 2017Hirn!BERGENTheater Bergen
22. Januar 2017Hirn!HERDECKERuhrfestsaal
14. Oktober 2016Hirn!GERETSRIEDLoisachtaler Bauernbühne
5. März 2016Hirn!PFINZTALDammwald Bühne
5. Dezember 2015Hirn!B – RAERENKom(m)ödchen Raeren
6. November 2015Hirn!JÜLICHHeimatverein Lich-Steinstraß
30. Oktober 2015Hirn!EDERMÜNDEBesser Bühne
1. Oktober 2015Hirn!BERGKIRCHENHoftheater

Auszug aus: 1. Akt, 2. Szene

In der Eingangshalle.

(…)

(Es klopft an der Eingangstür, Ignatia und Innocentia sehen sich verdutzt an und öffnen dann die Tür.)

FELIX FELICIO: (schützt sich mit einer Lack-Tischdecke, die er über seinem Kopf hält, vor dem Regen, und trägt einen Mantel mit der Aufschrift: „Staubsauger von Saug“)
Verzeihung, aber ich wurde von riesigen Scheinwerfern geblendet und bin mit meinem Wagen im Straßengraben gelandet.
Ich bin beruflich unterwegs, und nicht mehr rausgekommen, ich meine mit dem Auto aus dem Graben. Mein Handy hat auch keinen Empfang, und da bin ich den Weg von der Straße hier raufgelaufen. Zum Glück ist dieses Schloss bewohnt, obwohl es wirklich nicht so aussieht.

IGNATIA & INNOCENTIA: (sehen sich an, begeistert)
Sie kommen uns wie gerufen!

FELIX: Oh, das freut mich!
(Er betritt die Halle.) 
Nur leider, meine Damen, habe ich meine Vorführmodelle im Wagen gelassen. Aber wenn ich kurz Ihr Telefon benutzen dürfte um den ADAC zu rufen, dann könnte ich Ihnen die neuesten Modelle vorführen. Die gelben Engel sind sehr schnell.

IGNATIA: (strahlend, mit einladender Geste)
Des Teufels-Grill ist geöffnet.

FELIX: Wie bitte?

IGNATIA: Ich meine Sie sollten erst einmal Ihren Mantel ausziehen. Sie müssen ja völlig nass und durchgefroren sein.
(Sie zieht Felix den Mantel aus.)

DAFFYD: (ist währenddessen in die Halle gerauscht, sieht Felix, der sich intensiv mit der Lack-Tischdecke beschäftigt, und hält ihn für den Dekorateur)
Endlich! Herzchen, so ein Saal schmückt sich doch nicht von alleine!
(nimmt Felix die Tischdecke ab, entsetzt)
Lack-Tischdecken? Lack-Tischdecken! Ich hatte Damast bestellt!

FELIX: (irritiert) Verzeihung? Mein Name ist Felix Felicio, und …

DAFFYD: (empört) Damast! Fellatio, Damast! Kennst du den Unterschied zwischen Damast und Lack nicht?!

FELIX: (irritiert) Ja schon, aber …
(zu Ignatia und Innocentia) Könnte ich bitte telefonieren?

DAFFYD: (aufgebracht) Ja das nutzt uns jetzt auch nichts mehr, Lutschilein! Wir können doch nicht noch länger rumtrödeln!

INNOCENTIA: (zu Ignatia) Soll ich die Herrin holen?

DAFFYD: Nein, nein, nein! Warte mal, das kriegen wir auch ohne „Herrin“ hin! – Außerdem: Lack-Tischdecken könnten wirklich besser passen! Was meinst du, Fellatio-Herzchen?

FELIX: (zu Innocentia) Ich würde jetzt wirklich gerne telefonieren!

INNOCENTIA: (zeigt Richtung Telefon)

FELIX: (geht drauf zu)

DAFFYD: (zu Innocentia) Schätzchen, der ist ja wohl wirklich zu nichts zu gebrauchen!

INNOCENTIA: (zu Daffyd, ohne dass Felix es hört) Doch, das ist unser Bräutigam!

DAFFYD: (sieht Innocentia verärgert an)
Du Schnapsdrossel, wieso sagst du das nicht gleich! Ich dachte Fellatio wäre der Dekorateur.

IGNATIA: (ist währenddessen zum Telefonkabel gegangen, das aus der Wand kommt, und reißt es raus, ohne dass die anderen dies mitbekommen haben, zeitgleich hält Felix den Hörer an sein Ohr)

FELIX: Es ist tot!

DAFFYD: Tot?

INNOCENTIA: Tot?

IGNATIA: Tot?
(Sie bemerkt, dass sie das Kabel noch in der Hand hält und lässt es unauffällig hinter sich fallen.)
Genau! Das Gewitter letzte Nacht … Vermutlich hat irgendwo der Blitz eingeschlagen und die Leitung lahm gelegt. Ja! Wir sind komplett von der Außenwelt abgeschnitten! Handy-Empfang hatten wir noch nie, und jetzt gibt es auch kein Telefon, kein Fax, kein Garnichts!

INNOCENTIA: Aber, ich habe doch vorhin noch …
(Ignatia ist schnell zu ihr gelaufen und hält ihr den Mund zu.)

IGNATIA: (beschwörend) Jetzt, hol die Herrin!
(Sie lässt Innocentia los.)

INNOCENTIA: … wegen dem Maler tele…
(Ignatia hält ihr wieder den Mund zu und schiebt sie vor sich her.)

IGNATIA: Wir sind gleich wieder da.
(Sie geht mit Innocentia ab.)

DAFFYD: (zu Felix, gespielt vorwurfsvoll) Warum hast du denn nicht gleich gesagt, wer du bist, du Schlimmer du!

FELIX: Tut mir leid, aber …

DAFFYD: … du bist total wuschig! Fellatio-Schätzchen, glaub mir, ich verstehe das, so was passiert einem ja auch nicht jeden Tag!

FELIX: Das können Sie laut sagen! Aber mein Name ist …

DAFFYD: Sweety, nur die Ruhe, nur die Ruhe! Daffyd Dreamy wird es schon richten! Als Allererstes sollten wir deine Ausstattung kontrollieren. Ich hoffe sehr, du hast alles dabei, Darling?! Oder wird die extra geliefert?

FELIX: Nein nein, ich habe immer alles dabei. Aber wie gesagt, sie ist noch im Wagen.

(…)

Ende des Textauszuges

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