Was Frauen wirklich wollen

Eine fast romantische Komödie

von Sabine Misiorny und Tom Müller

Theater im Roßstall, Germering (Foto: Peter Wimmer)

Theater im Roßstall, Germering (Foto: Peter Wimmer)

Franziska, eine sympathische »Hockenge­blie­bene«, findet in der Schnäppchenecke eines Möbelhauses nach langer Suche die passende Sitzgelegenheit, wobei das Publikum unfreiwillig zum Mitbewerber des Objekts der Begierde wird.

Die darauf folgenden, in Szenen dargestellten Schilderungen präsentieren Franziskas über die Jahre durchlebte Achterbahnfahrt der Gefühle auf der Suche nach dem Mann fürs Leben.

Den Anfang macht Gotthilf-Peter, der trotz seines romantischen Heiratsantrages vor dem Standesamt sitzen gelassen wurde, gefolgt von der Kontaktanzeigen-Bekanntschaft Rüdiger, der der Überzeugung ist, Frauen wollten nur »geheiratet werden und gele­gentlich guten Sex haben«.

Dazwischen geben die besten Freundinnen Birgit und Stefanie kluge Tipps und tolle Ratschläge bei der rich­tigen Vorgehensweise in Sachen »Mann«.

Doch auch vor Verkupplungsversuchen ist Franziska nicht sicher und trifft sich schließlich mit Heinrich, der nach Auffassung ihrer Mutter »eine tadellose Ver­gan­genheit und eine viel versprechende Zukunft« hat, für Franziska jedoch »seine Gegenwart unerträglich« ist.

Und so landet Franziska in der virtuellen Welt des Internets und deren »tollen Typen«, die eine große Anziehungskraft auf sie haben, so dass sie sich zu einem realen Treffen mit »Tiger« in einer Disco hinreißen lässt, dort aber recht bald erkennen muss, dass auch Bildschirme sehr geduldig sind.

Aus purer Verzweiflung verabredet sie sich mit ihrem Verflossenen Lorenz, doch auch hier stellt sie sehr schnell fest, dass er nach wie vor »nur mit seiner Hormonlanze denkt«.

Der in ihren Augen einzig verlässliche Gefährte scheint Piet zu sein, ihre aufblasbare, männliche Puppe – ohne »Gebamsel«! Als der sie schließlich eines Nachts im Traum zu der Erkenntnis bringt, dass sie selbst nicht weiß, was sie will, beginnt sie darüber nachzudenken, was sie von einem Mann eigentlich erwartet.

Und ein Happy End scheint für Franziska erst in Sicht, als sie erkennt, dass sie sich den »Mann ihrer Träume« nicht einmal selbst backen könnte …

 

Informationen

Besetzung: 2 Damen, 1 Herr (Mehrfachrollen: 4 D, 7 H)
Deko: 1 Deko / Wechseldeko

Aufführungsrechte & Ansichtsexemplar bestellen:
Vertriebsstelle und Verlag (VVB), Norderstedt

 

Als »kabarettistische Komödie« liegt das Werk auch in einer 2-Personen-Fassung vor.

Uraufführung der 2-Personen-Fassung:
März 2003, m&m theater (Atelier), Wuppertal

Besetzung: 1 D, 1 H (Mehrfachrollen: 7 H), 1 Deko

Aufführungsrechte & Ansichtsexemplar bestellen:
Vertriebsstelle und Verlag (VVB), Norderstedt

 

Das schrieb die Presse

(Pressezitate zur 2-Personen-Fassung des m&m theaters, 2003 – 2013.)

Misiorny und Müller stellten den Wiedererkennungseffekt in den Vordergrund ihres Bühnenstücks, und es funktionierte perfekt …
Weiterlesen: Remscheider General-Anzeiger »

Ein Stück, welches nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen »auf die Schüppe« nimmt, und zwar so treffend, dass Mann und Frau sich prima amüsieren …
Westfalenpost

Schön, dass Misiorny und Müller die Kunst der so witzig-frischen Beleuchtung der Dinge beherrschen …
Diepholzer Zeitung

Messerspitze Dialoge und scherenscharfe Konfron­tationen rechnen mit den selbst ernannten Frauen­verstehern ab …
coolibri

Das gesamte Stück ist ein Trommelfeuer aus Pointen, Gags und urkomischen Dialogen, die das Publikum an so manches Phänomen aus dem wahren Leben erinnern …
Stemweder Zeitung

Premieren

15. Dezember 2022

Was Frauen wirklich wollen
DÜSSELDORF /// Theater an der Luegallee

14. Oktober 2022

Was Frauen wirklich wollen
GERMERING /// Theater im Roßstall

12. März 2022

Was Frauen wirklich wollen
HOF /// Clubhaus FC 1928

 

 

31. Juli 2021

Was Frauen wirklich wollen
BREMERHAVEN /// piccolo teatro

 

 

Samstag, 20. April 2019

Was Frauen wirklich wollen
BAYREUTH /// Brandenburger Kulturstadl

Samstag, 23. Februar 2019

Was Frauen wirklich wollen
KIEL /// Blaulichttheater

 

 

Donnerstag, 20. September 2018

Was Frauen wirklich wollen
DÜSSELDORF /// Kabarett Flin

Mittwoch, 08. August 2018

Was Frauen wirklich wollen
ERFURT /// Theater im Palais

 

 

Freitag, 27. Oktober 2017

Was Frauen wirklich wollen
LANGENSELBOLD /// Theater im Dragonerbau

Freitag, 19. Mai 2017

Was Frauen wirklich wollen
BLAUSTEIN-HERRLINGEN /// Theaterei

 

 

Mittwoch, 04. Mai 2016

Was Frauen wirklich wollen (Italienische Erstaufführung)
I – BOZEN /// Batzen Sudwerk

 

 

Samstag, 27. Juni 2015

Was Frauen wirklich wollen
OSTFILDERN /// Kulissenschieber

 

 

Samstag, 13. Dezember 2014

Was Frauen wirklich wollen
HAGEN /// Theater an der Volme

Textauszug

1.8 In einer Diskothek.

Es läuft laute Musik.

Tiger: (kommt herein und sieht sich um. Er trägt auffällige Kleidung und ein Tigercappy. Dann beginnt er zur Musik zu tanzen, macht dabei aber eine alles andere als gute Figur.)

Franziska: (kommt herein und sieht sich um. Sie trägt eine Jacke mit Schlangendesign. Dann entdeckt sie Tiger. Als ihr bewusst wird, dass er ihr Date ist, versucht sie, sich klammheimlich zu verdrücken.)

Tiger: (entdeckt Franziska, erkennt sie, stürmt hinter ihr her und hält sie auf.) Boa1979?

Franziska: TigerFun007?

Tiger: Ja klar! Sieht man das denn nicht?

Franziska: Doch ja, jetzt, wo du es sagst!

Tiger: Wo wolltest du denn hin?

Franziska: Ich? Ich … Na ja … Ich habe dich nicht gleich erkannt. Das Licht, weißt du?

Tiger: Ach so, klar. Sollen wir tanzen?

Franziska: Vielleicht später.

Tiger: Okay.

(Pause.)

Franziska: (laut) Was hältst du davon, wenn wir da rüber gehen? Da ist es nicht so laut, da können wir uns besser unterhalten.

Tiger: Was?

Franziska: (lauter) Vielleicht sollten wir da rüber gehen, dort ist es nicht so laut und wir können uns besser unterhalten!

Tiger: Was?

Franziska: (brüllt) Es ist ein bisschen laut hier!

Tiger: Lass uns besser da rüber gehen! Da ist es nicht so laut und wir können uns besser unterhalten!

Franziska: Eine tolle Idee, wäre ich nie drauf gekommen.

(Sie gehen an einen Tisch in einem etwas ruhigeren Bereich der Disco, die Musik wird leiser.)

Franziska: Schon besser.

Tiger: Was wolltest du eben sagen?

Franziska: Was? Ach so! Ehm … Tolles Outfit!

Tiger: Ja? Gefällt es dir?

Franziska: Ja, doch! Es ist … so … auffällig!

Tiger: Yo! Aber deins ist auch nicht von schlechten Eltern!

Franziska: Ja, findest du?

Tiger: Ja! Hey, ich meine, im Chatroom hast du dich ja Boa genannt und ich hatte eigentlich eher eine Federboa erwartet, aber so! Voll cool! Boa Constrictor, was? Hey, ich hoffe, du erwürgst mich nicht gleich und verschlingst mich dann mit Haut und Haaren! (Er greift um seinen Hals und macht heftige Würgegeräusche.)

Franziska: Nein, da mach dir mal keine Sorgen. Tiger!

Tiger: Cool! – Ja, finde ich voll krass, dass wir uns treffen. Derbe! Haben uns ja gut verstanden im Chat, ne?

Franziska: Ja, irgendwie … Du warst schon ziemlich witzig.

Tiger: Du stehst auf witzige Typen, was?

Franziska: Manchmal. Nicht immer.

Tiger: Aber immer öfter, was?

Franziska: Ja. Witzig.

Tiger: Soll ich uns ein Bier besorgen?

Franziska: Nein danke. Ich möchte lieber nichts trinken.

Tiger: Warum nicht? Hey, ich sag immer: Lieber einen sitzen haben und nicht stehen können, als einen stehen haben und nicht sitzen können! – Hey, war nur’n Witz!

Franziska: Habe ich gar nicht gemerkt.

Tiger: Finde ich echt krass, dass du witzige Typen magst. Derbe! Ich meine,wenn du mit mir unterwegs bist, da gibt es immer was zu lachen.

Franziska: Ja?

Tiger: Ja! Ich meine, ich stehe auf jeder Party im Mittelpunkt.

Franziska: Ach, du bist so ein richtiger Partylöwe, ja?

Tiger: Ey, hey: Partytiger, hey! – Ich kann aber auch ernst sein!

Franziska: (ungläubig) Wirklich?

Tiger: Ja klar! Ich meine, das Leben ist ja nicht immer nur zum lachen, oder? Ich meine, gestern zum Beispiel, ja, da treffe ich in der Stadt einen Freund, und der erzählt mir, dass seine Schwiegermutter gestorben ist, ja? Ich frag ihn: »Was hat sie denn gehabt?« – Sagt der: »Och, ein bisschen Schmuck, einen Fernseher und ein bisschen was Gespartes.« – Sag ich: »Nee, Unsinn! So meine ich das doch gar nicht! Ich meine, was hat ihr denn gefehlt?« – Sagt der: »Eine gute Lebensversicherung, gute Altersvorsorge, ein Mehrfamilienhaus …« – Ich sag: »Mann, das meine ich doch auch nicht! Ich wollte wissen, warum sie gestorben ist!« – Sagt der: »Ach so! Tja, das lief ganz dumm. Ich sagte zu ihr, sie soll mal in den Keller gehen und Kartoffeln raufholen. Dabei ist sie auf der Treppe ausgerutscht und hat sich das Genick gebrochen!« – Sag ich: »Das ist ja tragisch! Was habt ihr dann gemacht?« – Sagt der: »Nudeln.« – Verstanden? Kartoffeln – Nudeln!

Franziska: (gequält) Den kannte ich schon.

Tiger: Oh. – Kennst du den? Ein Japaner, eine Blondine und der Papst sitzen beim Arzt. Da kommt die Sprechstundenhilfe rein und sagt: »Der nächste bitte!« Niemand rührt sich. Sagt die Sprechstundenhilfe wieder: »Der nächste bitte!« Da sagt der Japaner zum Papst … – Nee, Moment. Da sagt die Blondine … Nee, warte mal …

Franziska: Du, entschuldige mich eben, ich muss mal kurz auf die Toilette.

Tiger: He, warte, da fehlt doch noch die Pointe. Also, da sagt der Papst …

Franziska: Du kannst sie mir ja gleich erzählen! Ich muss wirklich dringend auf die Toilette.

Tiger: Geht klar. – Hey, was ist der Unterschied zwischen einer Mühle und einer Toilette? – Na, in der Mühle stehen die Säcke, in der Toilette hängen sie. – Na, verstanden? Säcke!

Franziska: (gequält) Ja. (Sie will gehen.)

Tiger: Hör mal, deine Jacke kannst du ruhig hier lassen.

Franziska: Was? Oh nein! Weißt du, ich habe immer Angst, dass sie wegkommt. Ich hänge sehr an ihr. Das ist ein Erbstück.

Tiger: (ungläubig) Ein Erbstück?

Franziska: Ja! Von meiner Großmutter. Gott hab sie selig.

Tiger: Derbe! Deine Omma hatte aber einen ausgefallenen Geschmack, was?

Franziska: Ja, sie war ziemlich … aufgeschlossen.

Tiger: Komm, gib mir die Jacke ruhig. Ich werde auf sie aufpassen wie ein Tiger.

Franziska: Nein, nein, ich nehme sie mit. Das macht mir gar nichts aus.

Tiger: Du quälst dich doch nur rum, wenn du mit der Jacke auf die Toilette gehst. Ich meine, du kannst die da nirgendwo aufhängen.

Franziska: Das klappt schon irgendwie.

Tiger: (reißt ihr die Jacke aus der Hand) Nun gib schon her! Ich werde auf die Jacke aufpassen!

Franziska: Das ist aber wirklich nicht nötig!

Tiger: Hey, ich brauche doch ein Pfand, sonst läufst du mir noch weg!

Franziska: (gequält) Was? So was würde ich doch niemals tun …

Tiger: Hey, war nur’n Witz!

Franziska: Ach so! Ja, sehr witzig.

Tiger: Willst du nicht gehen?

Franziska: Wohin?

Tiger: Auf die Toilette!

Franziska: Was? Wieso? Ach ja … eh … Wo sind die Toiletten?

Tiger: Direkt hinter der Bar links. Immer dem Geruch nach.

Franziska: Ja … Ich werde sie schon finden.

Tiger: Ich werde da sein, wenn du zurück kommst.

Franziska: Ja, das befürchte ich auch. (Sie geht, versteckt sich aber im Abgang und beobachtet Tiger aus sicherer Entfernung.)

Tiger: (bleibt am Tisch und wartet. Er wippt zur Musik. Plötzlich kommt eine ziemlich heiße Tanznummer. Er kann sich kaum noch zurückhalten, blickt in Richtung der Toiletten, legt dann die Jacke auf den Tisch, geht zur Tanzfläche und tanzt.)

Franziska: (läuft schnell und unauffällig zum Tisch, greift sich ihre Jacke und verschwindet unbemerkt.)

Tiger: (blickt zum Tisch, stellt fest, dass die Jacke verschwunden ist. Er läuft hin und sucht nach ihr. Als er sie nicht finden kann, bekommt er Panik.) Oh, Scheiße, Scheiße, Scheiße! Ich glaube, ich mach mich lieber vom Acker. (Er läuft hinaus.)


2.3 In einer Cocktailbar.
(Diese Szene ist nicht Bestandteil der 2-Personen-Fassung.)

Franziska und Stefanie sitzen an einem Tisch, vor ihnen bereits leere Gläser, die Stimmung ist dem Alkoholpegel angepasst.

Franziska: (frustriert) Was ist das eigentlich bei Männern?

Stefanie: Was meinst du?

Franziska: Dass sie etwas zurück haben wollen, was sie dir irgendwann mal geschenkt haben. Was wollen die damit?

Stefanie: Keine Ahnung. Vielleicht wollen sie es einer anderen schenken.

Franziska: Meinst du wirklich?

Stefanie: Das wäre zwar geschmacklos, aber zuzutrauen wäre es ihnen.

Franziska: Wahrscheinlich geht es ihnen einfach nur ums Prinzip, weil das Geschenk sozusagen eine Fehlinvestition war.

Stefanie: Dabei heißt es doch so schön: Geschenkt ist geschenkt …

Beide: … und wiederholen ist gestohlen!

Franziska: Genau! Ist doch so! Was man geschenkt bekommen hat, gehört einem auch.

Stefanie: Yep. Sonst wäre es ja nur geliehen.

Franziska: Wobei Männer da nicht so eindeutig sind.

Stefanie: Wie meinst du das?

Franziska: Was sagt denn ein Mann zu dir, wenn er dir etwas schenkt?

Stefanie: Öhm …

Franziska: Na ja, ich meine, sagt der etwas so schönes wie: »Liebling! Ich schenke dir heute diesen Ring als Zeichen meiner unendlichen Liebe zu dir!«?

Stefanie: Oh ja, das wäre wunderschön! – Aber so etwas sagen sie leider nicht.

Franziska: Genau. Was sagen sie?

Beide: Da!

Franziska: Und wenn er dann noch einen guten Tag hat und in einen plötzlichen Redeschwall verfällt, sagt er: »Da, war teuer!«

Beide: Todromantisch!

Franziska: Aber Moment mal! So gesehen könnte der später tatsächlich sagen: »Würdest du mir bitte den Ring zurück geben, den ich dir zu unserer mittlerweile wieder gelösten Verlobung geliehen habe?«

Stefanie: Ja könnte er. Aber wer verleiht schon gerne Sachen?

Franziska: Ich verstehe das irgendwie nicht. Am Anfang zeigen sich Männer doch immer von ihrer besten Seite.

Stefanie: Ja, aber das ist irgendwann vorbei. Spätestens, wenn sie sich ihrer Sache ganz sicher sind und dich als ihren persönlichen Besitz betrachten: Bumms, aus, nichts mehr!

Franziska: Aber was ist denn passiert? Ich meine, ich bin doch immer noch das selbe kleine Schatzi-Mausi-Pupsi!

Stefanie: Ja, aber du bekommst nur so eine Art imaginären Stempel aufgedrückt: »Finger weg! Meine Anlage!« Damit haben sie dann ihr Gebiet markiert und abgesteckt und können wieder auf die Pirsch.

Franziska: So einfach?

Stefanie: Natürlich. Lorenz ist doch das beste Beispiel dafür, oder? Irgendwie soll das in der Natur des Mannes liegen. Und weil die doch nicht wollen, dass die wichtigsten Entscheidungen für sie von einem Wildfremden getroffen werden, geben sie ihrer Hormonlanze auch einen Namen.

Franziska: Ja, genau. August.

Stefanie: Der Dumme.

Beide: Mit einem Loch im Kopf!

Ende des Textauszuges